Selbstzweifel - welchen Schritt soll ich gehen?

Die Wahrheit über Selbstzweifel und Dein Erste-Hilfe-Kasten dafür

Gefühle schießen manchmal plötzlich los

Geht es dir auch manchmal so: du tust etwas, was dir Freude macht, du traust dich etwas, und zack! schießt der Selbstzweifel ein?

Was, wenn ich das nicht richtig mache? Was, wenn es keinem gefällt? Was, wenn alle über mich lachen?

Wenn du jetzt auf die Suche gehst, findest du dann irgendeinen (Selbst)Zweifel in dir? Und hast du Lust auf ein kleines Experiment? 

Ja? Dann kannst du dir die Frage stellen: welches Grundgefühl steckt denn in diesem Zweifel? Dafür schließ' deine Augen und spüre in dieses Zweifelgefühl hinein. 

...

Als Grundgefühle gelten Wut, Traurigkeit, Angst, Ekel, Überraschung und Freude. Wo landest du? Ich lande bei der Angst. Und auch bei meinen KlientInnen erlebe ich es so, dass unter dem Zweifel die Angst liegt.

Sylvias Geschichte

Eine Klientin von mir, ich nenne sie mal Sylvia, hatte eine neue Arbeitsstelle, die sie trotz großer Zweifel angenommen hatte. Sie kam, weil sie eine Höllenangst vor einem Detail dieses Jobs hatte: Sie musste nämlich Präsentationen halten.

Auch wenn sie sich sicher und souverän fühlte, wenn sie in Einzelgesprächen ihre Meinung sagte und ihre Kompetenz unter Beweis stellte, überfiel sie Panik, wenn sie das vor einem Publikum machen sollte.

Sylvia litt unter der sogenannten Präsentationsangst, eine Angst, die bei ihr durch Selbstzweifel ausgelöst wurde. War sie gut genug? Würden die anderen sie ernst nehmen? Sobald mehr als zwei oder drei Personen ihr zuhörten, fühlte Sylvia sich regelrecht ausgeliefert.

Recht schnell zeigte sich uns das Ursprungserlebnis: die kleine achtjährige Sylvia hatte mit ihrer Banknachbarin getuschelt. Ihr Lehrer hatte sie nach vorne zitiert und sie über Sachen abgefragt, die sie nicht wusste und auch nicht wissen konnte, bis sie mit hochrotem Kopf dastand - und sich dann über sie lustig gemacht, so dass die ganze Klasse lachte.

Da war die kleine Sylvia tatsächlich ausgeliefert, und die Angst der großen Sylvia, nicht ernst genommen zu werden, bekam auf einmal eine gewisse innere Logik.

Denn es sind ja nicht die Erlebnisse unseres heutigen Lebens, die uns oft so beeinträchtigen, sondern das, was wir heute erleben, ist oft wie ein Widerhall aus alten Zeiten, aus unserer Kindheit. Das Leben präsentiert uns immer dieselbe Art von Erlebnissen auf einem Silbertablett. Immer und immer wieder. Solange, bis wir den Ursprung in uns geheilt haben.

Wir wandten mein Lieblingstool EFT (Emotional Freedom Techniques) an, um dieses Kindheitserlebnis von Sylvia zu befrieden. Mit dieser Arbeit können wir direkt mit dem “emotionalen Gehirn” in Kontakt treten und dort die seit langem festsitzenden Emotionen lösen.

Am Ende der zweiten Sitzung spürte Sylvia keine Angst mehr, wenn sie an das Erlebnis aus ihrer Kindheit dachte, und auch keine Angst mehr, wenn sie daran dachte, die Präsentation abzuhalten, die für den übernächsten Tag geplant war.

Und am Abend dieses Tages erreichte mich eine glückliche Email: "Es war eine tolle, entspannte Präsentation, hinterher habe ich sogar Glückwünsche dafür bekommen!"

Selbstzweifel kommen aus unserer Vergangenheit

Wie Sylvias Geschichte zeigt, kommen Selbstzweifel aus unserer Vergangenheit. Entweder hast du eine Erfahrung gemacht, die dir Angst gemacht hat, oder du hast Sätze von deiner Umgebung - meist von den Eltern - gehört, die dir ein ganz bestimmtes Bild von dir selbst vermittelt haben.

Dabei muss die Erfahrung nicht so schlimm wie die von Sylvia sein. Entscheidend ist, wie sie von uns als kleinem Kind aufgenommen wurde. Wenn unser Gehirn entscheidet: "Diese Situation ist SO gefährlich, dass ich alles daransetze, sie nie wieder zu erleben", ist der Anker gesetzt. 

Schmerzhafte Erfahrungen? Einmal und nie wieder!

Das ist nicht schlecht oder dumm - es ist ein Überlebensmechanismus. Es ist ja wichtig, dass wir unsere Lektionen lernen, sozusagen. Wenn wir uns einmal an der rot glühenden Herdplatte verbrannt haben, würden wir ja auch nicht unser Leben lang bei jeder roten Herdplatte ausprobieren, ob diese wohl auch heiss ist...

Biologisch gesehen müssen wir schnell lernen. Uns hinsetzen und nachdenken, was wir wohl diesmal unternehmen sollten, wenn ein Säbelzahntiger vor uns steht, hätte in Urzeiten schnell zum Aussterben unserer Spezies geführt 😉

Und wenn wir unsere Lektion gelernt haben, vermeiden wir Situationen, die der damaligen auch nur im entferntesten ähneln. Und merken oft nicht mal mehr so richtig, dass wir Angst haben. Es fühlt sich "halt unangenehm" an.

Der Schutzmechanismus funktioniert oft so gut, dass fast nichts von dem ganzen Vorgang ins Bewusstsein kommt. Wäre diese Arbeitsstelle nicht ihr Traumjob gewesen, hätte Sylvia sich dieser Situation gar nicht erst ausgesetzt.  

Wenn du also Selbstzweifel hast, spür' mal etwas tiefer hinein. Wie lauten sie genau? “Bin ich gut genug?” “Bin ich es auch wert?” “Habe ich es verdient?” “Kann ich das?” “Darf ich das?” sind einige davon.

Der Erste-Hilfe-Kasten

Auch die Seele braucht mal Erste Hilfe

Was kannst du nun tun, wenn ein Selbstzweifel in dir aufkommt? 

1.  Spüre ihn und erkenne ihn an

Wenn wir unsere Gefühle zulassen, anerkennen und aufhören, sie zu bekämpfen, ist das meist schon die halbe Miete. "Hallo, da bist du. So ist das jetzt. Es ist ok." Die Gefühle dürfen sich dann schon ein wenig entspannen. Und das ist sehr wichtig für's Denken - Forschungen mit MRT haben gezeigt, dass bis zu 50% des Gehirns bei Zweifeln abschalten (!).

2. Wo hast du ihn gelernt? Finde den Ursprung heraus

Wie an Sylvias Geschichte klar wird, ist Selbstzweifel etwas, das du im Leben gelernt hast. Nimm dir also etwas Zeit, lehn’ dich zum Beispiel im Sessel zurück und tritt die Reise in die Vergangenheit an.

Hast du mehr als eine Erinnerung, die mit deinem Zweifel zusammenhängt? Dann ist es gut, Stift und Papier bereitliegen zu haben und dir eine Liste zu erstellen.

Vielleicht hast du auch gar keine Erinnerung. Das ist auch ok. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dennoch weiter zu kommen. Zunächst mal:

3. Wie wahr ist dein Zweifel / dein Glaubenssatz? 

Klopfe jetzt die alte Situation und den Glaubenssatz, der daraus resultiert, auf ihren Wahrheitsgehalt ab. Oder schau' dir den Zweifel und den jetzigen Glaubenssatz an und frage dich: wie wahr sind sie jetzt für dich? 

4. Beschützt dein Zweifel dich vor etwas?

Wie du oben gelesen hast, sind Zweifel und Glaubenssätze ja nicht einfach so da. Sie sind der Weg, den die Natur gefunden hat, uns vor Gefahren zu schützen. Dafür kannst du ihnen danken. 

Du als Erwachsene kannst deinem inneren Kind sanft und liebevoll erklären, dass die Situation sich geändert hat. Dass du heute viel mehr Ressourcen hast, um mit der Situation fertig zu werden.  

5. Wende EFT an

Im “emotionalen Gehirn”, dem Limbischen System im Zwischenhirn, werden Situationen und Gefühle zusammen gespeichert. Dabei sind sie chemisch miteinander verbunden. Dieser Speicher dient dazu, potentiell gefährliche Situationen im Bruchteil einer Sekunde wiederzuerkennen und ihnen adäquat zu begegnen oder ihnen auszuweichen.

Diese chemische Bindung kann gelöst werden. So wird die Ursprungssituation von dem Gefühl entkoppelt, das bei jeder ähnlichen Situation neu ausgelöst wurde.

Aus meiner Perspektive ist der einfachste Weg, mit deinem “emotionalen Gehirn” selbst zu arbeiten, die Klopfakupressur EFT.

Eine genauere Beschreibung findest du hier.

Und wenn du's nicht alleine versuchen möchtest oder kannst, melde dich gerne bei mir und wir verabreden eine telefonische Gratis-Schnupperstunde für dich!

Wie ist das bei dir mit Selbstzweifeln? Wirst du manchmal davon geplagt, und wie gehst du damit um? Helfen und unterstützen dich meine Gedanken dazu?

Ich würde mich freuen, einen Kommentar von dir darüber zu lesen!

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